Fütterung für Meerschweinchen und Kaninchen

Nicht alle Beispiele unserer nachfolgenden Speisekarte müssen bei Ihrem Tier ausnahmslos auf eine gute Akzeptanz stoßen, denn auch im Tierreich sind oftmals wahre „Feinschmecker“ anzutreffen. Lehnt Ihr Tier also ein angebotenes Futter einfach kategorisch ab, so besteht nicht immer Grund zur Besorgnis. Vielleicht haben Sie einfach nicht seinen Geschmack getroffen.

Unsere Tiere haben oftmals leider eine besondere Vorliebe für Futtermittel, welche Ihnen zwar sehr gut schmecken, aber ihren empfindlichen Verdauungstrakt belasten können. So sind z.B. Kohl und Salat äußerst begehrt, können aber leicht eine lebensbedrohliche Tympanie (Aufgasung) verursachen.

Auch mit einer etwas kleineren Futterauswahl können Sie ihr Tier durchaus ausgewogen und gesund ernähren. Achten Sie besonders auf eine ausreichende Versorgung mit Rohfaser (wichtigster Bestandteil der Nahrung), Mineralstoffen und Vitaminen. Auf Zucker (insbesondere Zuckerzusätze in kommerziell hergestelltem Futter) sollte möglichst verzichtet werden.

Möchten Sie das Futter eventuell ganz umstellen oder einfach mal etwas Neues anbieten, dann probieren Sie dies vorsorglich immer erst mit kleinsten Mengen aus. Jeder Nahrungswechsel bedeutet Stress für die Verdauungsgewohnheiten eines Körpers und es bedarf stets einer sanften Eingewöhnungsphase, in der man die Verträglichkeit beobachtet.

Dies gilt auch für den Start in die Außensaison! Der Auslauf auf der Wiese ist im Allgemeinen empfehlenswert, sollte jedoch langsam gesteigert werden. Das frische Gras ist sehr proteinreich und kann zu erheblichen Verdauungsstörungen führen, wenn zu viel auf einmal davon aufgenommen wird.

Vorsicht ebenfalls bei selbstgesammeltem Grün!

Es sollten immer nur Kräuter verfüttert werden, die Sie zweifelsfrei identifizieren können. Diese sollten nur von Flächen gesammelt werden, die frei von Autoabgasen, Pestiziden und sonstigen Verunreinigungen sind. Aus Waldgebieten, in denen vor dem Fuchsbandwurm und der Tollwut gewarnt wird, sollte man niemals etwas mitnehmen! Auch eignen sich Grünflächen, die von Wildkaninchen aufgesucht werden, leider nicht zur Ernte: Die unter den Wildlingen verbreitete Myxomatose (auch Kaninchenpest genannt), stellt leider nach vor auch in Deutschland eine große Gefahr der Ansteckung für unsere Haustiere dar.

Je nach dem, was Sie füttern, kann es bei Kaninchen und Meerschweinchen zu Veränderungen in der Verdauung kommen. Füttern Sie z.B. sehr wasserhaltige Nahrungsmittel (Gurke, Tomate, Wassermelone) kann es durch die vermehrte Flüssigkeitsaufnahme zu Durchfällen kommen. Diese verschwinden jedoch auch sofort wieder, wenn man die Fütterung umstellt.

Des Weiteren können bestimmte Futtermittel die Farbe des Urins extrem verändern. Nicht selten kommt es vor, dass die Tiere nach vermehrter Aufnahme von z.B. Möhren, roter Paprika oder roter Beete extrem dunklen Urin absetzen. Es hat teilweise den Anschein, als wäre der Urin blutig. Aber auch diese Veränderung verschwindet nach Absetzen der entsprechenden Futtermittel.

Die nachfolgende „Speisekarte“ stellt nur eine Orientierungshilfe für die Auswahl der „Nahrungsmittel“ dar, die Sie Ihrem Kaninchen oder Meerschweinchen füttern können oder sollten.

Ganz grundsätzlich kann man sagen:

Hauptnahrungsmittel sollte immer Heu sein. Alles andere kann in geringen Mengen gegeben werden. Je größer die Menge des zusätzlich gegebenen Frischfutters, desto geringer die Aufnahme von Heu und damit verbunden erhöht sich die Gefahr von Verdauungsstörungen.

Sehr ausführliche Informationen bzgl. der Fütterung von Meerschweinchen, Kaninchen & Co finden sie auch im Internet unter: www.diebrain.de

Speisekarte

Immer zur freien Verfügung

Hochwertiges Heu (absolutes Hauptnahrungsmittel!)
(auch Kräuterheu u.ä. ist empfehlenswert)
Gutes Heu sollte abgelagert, trocken und möglichst staubfrei sein. Man erkennt es an seiner frischen, grünen Farbe und seinem typischen aromatischen Geruch. Verschimmeltes oder angeschimmeltes
Heu sollte sofort entfernt werden und darf nicht mehr verfüttert werden.

Frisches Trinkwasser
(auch stark verdünnter Kamillentee ist mal erlaubt)
Es sollte spätestens alle 2 Tage erneuert werden und kann mit einer hochwertigen Vitaminmischung angereichert werden.

Fertigfutter (Körnermischungen)
Leider wird immer wieder die Meinung vertreten, Kaninchen und Meerschweinchen benötigen für eine ausgewogene Ernährung Körnerfutter. Die Gabe größerer Mengen Körnerfutter führt aber dazu, dass die für den Verdauungstrakt und den Zahnabrieb unverzichtbare Heuaufnahme durch das bereits gesättigte Tier vernachlässigt wird. Außerdem führt zu viel Kraftfutter vor allem bei Kaninchen zu Durchfällen.

20g pro Tier und Tag (1-2 Esslöffel) sind vollkommen ausreichend!
Verwenden Sie nur für die jeweilige Tierart typisch zusammengestellte Fertigfuttermischungen aus dem Fachhandel. Stellen Sie bitte keine Eigenkreationen aus Saaten zusammen, da sonst das Auftreten von  Mangelerscheinungen möglich wäre.

1 x in der Woche

Brot zum Knuspern
Ca. 20g einfaches getrocknetes Brot
Bitte geben Sie Ihren Tieren auch hiervon nicht mehr, da auch übermäßige Brotfütterung die lebensbedrohliche Tympanie hervorrufen kann! Das Brot sollte absolut ausgetrocknet und nicht übermäßig gesalzen oder gewürzt sein. Auf keinen Fall sollten Sie süßes oder angereichertes Brot, wie Teilchen, Käse-, Zwiebel- oder Speckbrot füttern.

Zweige zum Benagen
Die Zweige sollten stets frisch, trocken und in Zimmertemperatur angeboten werden. Bitte achten Sie darauf, dass die Zweige von ungespritzten Bäumen oder Sträuchern stammen. Daneben spielt
auch die Sauberkeit der Zweige eine große Rolle, da bei Verunreinigungen mit Vogelkot die Ansteckungsgefahr mit Salmonellen u. ä. gegeben ist. Am besten eignen sich Zweige oder kleinere Äste von Obstbäumen.

Unsere Empfehlungen

Obst Gemüse Wiesenkräuter
Apfel Gurke Gänsefuß
Birne Möhre Löwenzahn
Erdbeere Paprika Brennnessel
Himbeere Tomate Spitzwegerich
Brombeere Radieschen Breitwegerich
Weintraube Rote Beete Schafgarbe
Banane Mais Luzerne
Kiwi Zucchini Huflattich
Wassermelone Mangold Getreidehalme
Kiwi Zucchini Ackerschachtelhalm
Wassermelone Mangold Beinwell
Wermut

 

Wiesenkräuter Gewürze Stauchgewächse
Gänsefuß Petersilie Johannisbeerstrauch
Löwenzahn Kümmel Himbeerstrauch
Brennnessel Dill Brombeerstrauch
Spitzwegerich Salbei Haselnussstrauch
Breitwegerich Basilikum Erdbeerpflanze
Schafgarbe Boretsch Maispflanze
Luzerne Koriander Sojapflanze
Huflattich
Getreidehalme
Ackerschachtelhalm
Beinwell
Wermut

 

Salat Saaten Trockenkräuter Bäume
Endivie Johannisbrot Grünhafer Apfel-, Birnen-, Kirschbaum
Chicoree Sonnenblumenkerne Kamille, Melisse Fichte
Eisbergsalat Dinkel-, Weizenflocken Pfefferminze Buche
Feldsalat Erdnuss Echinacea Birke, Weide
(Salate nur wenig füttern, enthalten viel Nitrat)

Hier erhalten Sie unseren Ratgeber als PDF-Download

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